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Fondsgebundene

Die fondsgebundene Lebensversicherung

 

Lebensversicherungen werden in unterschiedlichen Varianten von Banken und Versicherungsgesellschaften angeboten und dienen Privatpersonen zur finanziellen Vorsorge für den Altersruhestand, für den Vermögensaufbau oder als Absicherung gegen bestimmte Risiken wie die Arbeitsunfähigkeit oder die Arbeitslosigkeit. Diese können durch einen Unfall oder eine Krankheit eintreten. Alternativ dazu kann eine Lebensversicherung auch im Rahmen eines umfangreichen Darlehens als Tilgungsinstrument genutzt werden, wenn für die Finanzierung eine endfällige Rückzahlung vereinbart wurde. Anstatt wie bei einem Ratenkredit regelmäßige Tilgungsleistungen zu erbringen, werden hierbei laufende Beiträge in die Lebensversicherung eingezahlt. Auf diese Weise wird das Kapital angespart, das am Ende der Laufzeit zur Rückzahlung des Darlehens benötigt wird. Zur Besicherung des Darlehens wird die Lebensversicherung an den Kreditgeber verpfändet. Letztlich lassen sich durch die Lebensversicherung auch Dritte bzw. die Hinterbliebenen finanziell absichern, da sie im Todesfall des Versicherungsnehmers die vereinbarte Leistung erhalten können. Anders als eine reine Risikoversicherung leistet die Lebensversicherung in jedem Fall bei Eintritt des Versicherungsfalls oder bei Ablauf der vereinbarten Laufzeit. Diese ist meist längerfristig ausgerichtet. Sie kann sich an der Dauer der Berufstätigkeit orientieren, wenn die Lebensversicherung mit Eintritt des Rentenalters ausgezahlt werden soll. 

Eine beliebte Variante der Lebensversicherung, die Sie für den Vermögensaufbau oder die finanzielle Vorsorge nutzen können, ist die fondsgebundene Lebensversicherung. Hierbei wird ihr eingezahltes Kapital in ausgewählte Investmentfonds oder Aktienfonds oder auf Wunsch eine Kombination aus beidem investiert. Entsprechend Ihrer Risikobereitschaft kann der Fonds eher chancenorientiert oder eher konservativ gestaltet werden. In jedem Fall werden die gewählten Fonds in den anbieterspezifischen Versicherungsbedingungen näher erläutert. Je nachdem, welche Versicherungsgesellschaft und welcher Investmentfonds gewählt wurde, kann durch diese Form der Versicherung eine hohe Rendite erzielt werden. Diese wiederum hat entscheidenden Einfluss auf den Umfang der Versicherungsleistung, die zum Zeitpunkt der Fälligkeit erbracht wird.

Anders als bei einer direkten Anlage in Investmentfonds bietet ihnen die Fondsversicherung zahlreiche Vorteile. So können Sie beispielsweise alle Kursgewinne und Erträge des Fonds ohne Abzug von Kapitalertrags- oder Spekulationssteuer in voller Höhe einbehalten, sofern die Versicherung einer Laufzeit von mindestens 10 Jahren unterliegt. Darüber hinaus müssen Sie hierfür regelmäßig Beiträge in die Fondsversicherung einzahlen und so laufend Anteile an Investmentfonds oder Aktienfonds erwerben. Alternativ dazu stehen Ihnen sämtliche Erträge aus der Lebensversicherung steuer- und abgabenfrei zu, wenn eine Laufzeit von 15 Jahren vereinbart wurde und sie zu Beginn eine Einmalzahlung zu Gunsten der Versicherung geleistet haben. Diese Regelung ist ab dem Jahr 2011 gültig. Die Steuerfreiheit der Fondsversicherung ist zudem nur gewährleistet, da ein geringer Anteil der Beiträge für die Bildung einer Ablebenssumme verwendet wird. Diese muss stets höher sein, als das in Investmentfonds angelegte Kapital der Lebensversicherung. Darüber hinaus profitieren Sie durch die fondsgebundene Lebensversicherung vom so genannten Cost Everage Effect, der einem günstigen Durchschnittserwerbspreis entspricht. Hierdurch können Sie für gleichbleibende Beiträge je nach Börsenlage und je nach Wert des Fonds unterschiedlich viele Anteile erwerben. Dies ist beim Erwerb einzelner Anteile an einem Aktien- oder Investmentfonds nicht möglich. 

Bei Abschluss der fondsgebundenen Versicherung können die Laufzeit, die Prämienhöhe und die Art der Beitragszahlung flexibel vereinbart werden und entsprechend Ihren Vorstellungen gestaltet werden. Aus steuerlichen Gründen empfiehlt sich eine längerfristige Laufzeit von mindestens 10 Jahren. Bei einer laufenden Prämienzahlung richtet sich die Höhe der Beiträge nach Ihrem verfügbaren Einkommen und der gewünschten Sparleistung. Zudem können Sie bei dieser Zahlungsweise die Intervalle meist frei wählen, so dass Sie entweder eine monatliche, eine vierteljährliche, eine halbjährliche oder eine jährliche Zahlungsweise vereinbaren können. Die fälligen Beiträge werden dann regelmäßig von Ihrem Girokonto eingezogen und für den Erwerb von Fondsanteilen zu Gunsten der Lebensversicherung genutzt. Um inflationären Risiken und einem Wertverlust der späteren Versicherungsleistung vorzubeugen, empfiehlt es sich, bei Abschluss der Lebensversicherung eine Indexanpassung zu vereinbaren. Hierdurch werden die fälligen Versicherungsprämien während der Laufzeit jedes Jahr automatisch um einen gewissen Prozentsatz erhöht, so dass die Inflation ausgeglichen werden kann. Bei einer Einmalzahlung zu Gunsten der Lebensversicherung können Sie ebenfalls selbst über die Sparleistung entscheiden und den fälligen Betrag durch eine Lastschrift einziehen lassen oder selbst an die Versicherungsgesellschaft überweisen. 

Die Leistungen aus der fondsgebundenen Lebensversicherung werden entweder bei Ablauf der vertraglich festgelegten Laufzeit oder bei Eintritt des versicherten Risikos fällig. Hierzu zählt beispielsweise der Todesfall. Als Begünstigter kommen somit entweder Sie selbst, eine benannte Person oder Ihre gesetzlichen Erben in Frage. Im Hinblick auf das Bezugsrecht können Sie meistens während der Laufzeit Änderungen vornehmen, sofern Sie dies wünschen. Hierdurch können Sie beispielsweise eine andere Person als Begünstigten benennen. Die Versicherungsleistung wird je nach Vereinbarung in einer Summe ausgezahlt oder durch laufende Rentenleistungen bereitgestellt. Sie ergibt sich aus dem eingezahlten Kapital, der erwirtschafteten Rendite sowie gegebenenfalls einer Überschussbeteiligung. Diese ist vom wirtschaftlichen Erfolg der Versicherungsgesellschaft abhängig und wird betraglich zu keinem Zeitpunkt während der Laufzeit garantiert. Die Hinterbliebenenleistung umfasst den aktuellen Wert der erworbenen Fondsanteile zuzüglich der Ablebenssumme.